Die Chance


Selbsthilfegruppe für Eltern, deren Kind während
der Schwangerschaft, bei oder nach der Geburt verstorben ist.


Hilfestellung für die begleitenden Mitmenschen nach einer glücklosen Schwangerschaft

  • Den Betroffenen sagen, dass es einem leid tut. Oder ehrlich sagen „ich bin sprachlos“, „mir fehlen die Worte“, wenn man nicht weiß, was man sagen soll.
  • Ein Zeichen des Vertrauens zukommen lassen (z.B. Brief, Blume, etc.)
  • Mitteilen, dass an uns gedacht wird, oder wir in Gebete mit eingeschlossen werden.
  • Verständnis, wenn man nicht immer „normal“ reagiert, oder ins Leere starrt.
  • Nicht nur schweigend über den Tod eines Kindes hinweggehen, Mut haben auf den anderen zuzugehen und ihn auch anzusprechen.
  • Hierbei helfen Bücher für, bzw. über Trauernde, damit man deren Gefühle besser versteht, wenn man selbst noch keine Erfahrungen mit dem Thema Tod gemacht hat.
  • Immer wieder Kontakt zu uns Betroffenen aufnehmen, auch wenn einige Zeit verstrichen ist.
  • Tröstende Worte in Briefform können den Trauernden die Chance geben sich zu melden, wenn ihnen danach ist. Etwas Geschriebenes ist etwas Bleibendes und kann dem Betroffenen auf seinem Weg durch die Trauer begleiten.
  • Zu den Jahrestagen oder sonstigen besonderen Zeiten wie Weihnachten an uns denken (mit Worten, Karte oder Brief, Blumen, Kerze, etc.), denn dies sind auch später noch Tage, an denen die Trauer wieder ganz nahe ist.
  • Es tut uns gut, wenn auch später noch ein gemeinsamer Grabbesuch gemacht wird, oder Gespräche über das tote Kind möglich sind. Die Toten nicht totschweigen.
  • Nach vorhandenen Erinnerungsstücken (Foto, Fußabdruck,...) fragen und diese ansehen, um das verstorbene Kind besser „kennen zu lernen“.
  • Die verstorbenen Kinder mitzählen in der Geschwisterfolge.
  • Praktische Hilfe wie Einkaufen, Geschwisterkinder betreuen, im Haushalt helfen anbieten.
  • Evtl. Kontakte knüpfen zu Menschen mit ähnlichen Erfahrungen, da es sicher in jedem Bekanntenkreis Frauen gibt, die eine Fehlgeburt erlitten haben.
  • Begleitung bei manchen behördlichen Gängen oder auch anderen Besorgungen anbieten.
  • Unternehmungen mit einem machen, die nicht nur ablenken sollen, sondern zeigen: ich möchte etwas mit dir tun.
  • Ein Nein heißt nicht nie wieder. Später wieder fragen, wenn der Trauernde in einer anderen Verfassung ist.
  • Wenn man Frauen ohne Bauch und ohne Kind sieht, von denen man weiß, dass sie schwanger waren, nicht gleich gratulieren, sondern eher fragen: geht es dir/Ihnen gut? Ist alles gut gegangen?
  • Keine Sätze sagen wie: „Das war besser so, denk mal es wäre behindert/krank gewesen.“, „Du bist ja noch jung und kannst noch viele Kinder haben.“, „Sei froh, dass du es noch nicht richtig gekannt hast.“, „Ja habt ihr etwas falsch gemacht?“, „Hätte man da nichts tun können?“, „Gott hat es so gewollt.“, „Es hat so sein müssen.“
  • Solche Sätze tun unnötig weh und sind auch, wenn man sie genau überdenkt unpassend. Denn wir haben uns ein Kind gewünscht. Dieses eine, und um dieses Kind trauern wir jetzt. Es wird nie ersetzbar sein.
  • Einfach da-sein und aushalten. Wohl die schwierigste Herausforderung.

weiter ...

Impressum